Eine Kermit der Frosch Puppe mit angeklebten schwarzen Locken sitzt neben einer Flasche Bier
Symbolbild: Ariane beim Tatort-Schauen vor ihrer Tatort-Show-Zeit

Früher sahen meine Sonntage meist so aus: lange schlafen und dann schön lazy weitermachen. Es waren Tage voller Milchschaum und Müßiggang, an deren Ende ich vielleicht einen Tatort geschaut habe – je nach Sympathiegrad des Ermittlerteams.

Das Tatort-Schauen hatte dabei mal mehr, mal weniger Eventcharakter: ich habe den Tatort im Sitzen und Liegen, mit Freunden in der Kneipe und mit meinen Eltern auf dem Sofa fläzend gesehen. Manchmal habe ich mich mit meinen Mitbewohnern vor einen 13-Zoll-Laptop gequetscht; einmal bin ich beim Krimischauen eingeschlafen. Das Tatort-Twittern habe ich interessiert verfolgt, jedoch ohne selbst aktiv zu werden. So viel zu meinem alten Tatort-Ich.

Mein neues Tatort-Ich

Volontärin der ems mit zwei Kermit der Frosch Puppen. Hinter ihr arbeitet jemand am Computer
Kein Symbolbild: Ariane bei "Tatort - Die Show"

Fünf Wochen lang arbeite ich in der funk-Redaktion des Hessischen Rundfunks in Frankfurt bei „Tatort - Die Show“. Das ist eine interaktive Live-Show, die immer sonntags nach dem Tatort kommt – nicht im Fernsehen, sondern auf Facebook und YouTube.

Arbeiten für „Tatort - Die Show“ bedeutet, schon heute wissen, wer in fünf Wochen der Mörder ist. Denn, um die Inhalte der kommenden Shows zu planen und zu produzieren, ein Social-Media-Konzept zu erstellen, passende Gäste und Requisiten zu suchen, muss ich den Plot bereits kennen.

Von Beginn an bin ich voll eingebunden und kümmere mich vor allem um Videos, Grafiken und Texte für Social Media, schneide Einspieler für die Show und arbeite redaktionell an der Sendung mit. Der Weg zur Show ist bunt, kreativ und vor allem spaßig. Am Tag der Show steigen Vorfreude und Anspannung im Team.

Sonntag ist Show-Time

Laptop, Handy, Ladekabel, Pizzaschachtel, Kaffeebecher und eine Kermit der Frosch Puppe von oben fotografiert
Überlebenswichtig für die Show: Handy, Laptop, Kaffee, Pizza. In dieser Reihenfolge.

Die Social-Media-Schicht am Sonntag startet gegen 16 Uhr. Zusammen mit meinem Kollegen bereite ich die letzten Tweets und Posts vor und gehe den Ablaufplan noch einmal mit den Sendungs-Redakteuren durch. Wenn um 20:15 Uhr die Titelmelodie des Tatorts ertönt, mutiere ich zur professionellen Tatort-Twitterin.

Sobald die Show startet, hat dann Facebook Priorität: wir sammeln Kommentare und Fragen an die Gäste und schicken sie der Moderatorin oder dem Moderator live aufs Handy. Wir beantworten Kommentare und Nachrichten der User und werten die Abstimmung aus: War der Tatort top oder flop? Und wer bekommt eigentlich die Requisiten? Schnell noch eine Grafik basteln. Noch fünf Minuten. Endspurt. Ok, vorbei. Alle treffen sich im Studio: Flaschenklirren, Freude, Erleichterung. BÄM! Wieder eine Show gerockt!

Was dann aus dem Kermit wurde, seht ihr hier

Ein Text von Volontärin Ariane Böhm.