Berlin, Potsdamer Platz. Hier, in einem gläsernen Bürogebäude direkt am Sony Center, empfängt Klaus Gorny die 16 Volontärinnen und Volontäre der ems zum Hintergrundgespräch. Gorny, der neue Pressesprecher des Unternehmens, nimmt sich eine Stunde Zeit für die Fragen des elften Jahrgangs. Die Themen liegen auf der Hand: Was tut Facebook gegen Hassbotschaften? Wie bewertet das Unternehmen das Netzwerkdurchsetzungsgesetz von Justizminister Heiko Maas, das wenige Tage zuvor den Bundestag passiert hat? Und produziert der Newsfeed von Facebook Filterblasen und Echokammern, die einen Austausch der Nutzer untereinander erschwert?

Wichtige Informationen fallen fast beiläufig

Gornys Antworten – vertraulich. Nur so viel sei gesagt: Kritische Fragen über die Macht und Rolle Facebooks in der Gesellschaft sind auch dabei. Hinterher nehmen sich die Volontärinnen und Volontäre anderthalb Stunden Zeit, um das Gespräch auszuwerten. ems-Volontär Maximilian Horn sagt, er habe sich während des Gesprächs schon gefragt, was der Sprecher von Facebook alles über ihn wisse. Dass jede Frage erlaubt gewesen sei lobt er ebenso wie den freundlichen Empfang durch Facebook.

Horns Kollegin Antonia Märzhäuser reflektiert im Nachhinein vor allem strategische  Unternehmenskommunikation von Facebook und die Art und Weise, wie leger Gorny dem ems-Jahrgang begegnet sei – Absicht? „Es war jedenfalls erstaunlich zu erleben, wie Informationen mit größter Tragweite fast nebensächlich gefallen sind.“ Märzhäusers Fazit des Hintergrundgesprächs: „Konzentriertes Zuhören ist mindestens genauso wichtig, wie die richtigen Fragen zu stellen.“

Popcorn for free im „Facebook-Späti“

Im Anschluss an das Gespräch führen Gorny und Anne Laumen, die bei Facebook für das Digitale Lernzentrum verantwortlich ist, die Volontäre durch die Räume des Unternehmens. Startpunkt: Die große Facebook-Wand, an der sich Gäste wie CSU-Politikerin Dorothee Bär oder die Macher des Funk-Formats „Datteltäter“ verewigt haben. In der Küche des Büros, die Facebook ganz Berlin-like „Späti“ nennt, gibt es Popcorn, Schokoriegel und Limonade für alle. Schließlich soll man sich bei Facebook wohlfühlen. Dass die Decken im Büro unverkleidet sind, hat laut Gorny auch eine Bedeutung: Facebook ist nie ganz fertig. Es gebe immer noch etwas zu tun, zu verbessern.  

Das Hintergrundgespräch bei Facebook ist Teil der einwöchigen Social Media-Einführung an der ems. Neben der politischen Diskussion um Facebook lernen die Volontäre auch den Umgang mit Instagram, wo sie etwa die Accounts der Welt, ZDFheute oder der New York Times auswerten. Mit dem 18-jährigen ems-Auszubildenen Jannik Dietze legen sie Filter auf ihre Bilder bei Snapchat. Und ZDF-Journalist Dominik Rzepka führt den Jahrgang in Twitter als Recherche- und Selbstmarketingwerkzeug ein. Ergebnis: Nach dem Seminar haben alle einen überarbeiteten Twitteraccount, der sie deutlich als Volontärinnen und Volontäre der ems identifiziert. Folgen erwünscht.