Tina von Löhneysen

Tina von Löhneysen ist ARD-Reporterin in Berlin. Egal welches Thema, egal welche Uhrzeit: Sie zieht los, mit Kamerateam und Übertragungswagen - und berichtet.

tina-250Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Dir heute aus?

Oft fahre ich direkt zu einer Pressekonferenz oder einem vorher vereinbarten Drehtermin und treffe mich mit dem Kamerateam dort. Oder ich fahre erst Mal in die Redaktion, dort gibt es immer etwas für die nächsten Tage vorzubereiten: Sich in Themen einlesen und Drehs organisieren. Sehr oft gibt es was Aktuelles, was man dann schnell umsetzen muss. Zum Teil bleibt dann nur wenig Zeit, um sich auf den neuesten Stand zu einem Thema zu bringen, Interviewpartner anzurufen und mit ihnen einen Termin zu vereinbaren, diese Interviews und Bilder dann auch zu drehen und am Ende einen Beitrag draus zu schneiden. Und: Das Ende des Arbeitstages ist relativ unkalkulierbar, da wir ja auch für die späten Sendungen wie Tagesthemen oder Nachtmagazin Stücke machen.

Was war das aufregendste Erlebnis in Deiner bisherigen journalistischen Arbeit?

Die Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs. Alle waren eingestellt auf ein fröhliches Volksfest, und dann läuft kurz vor der geplanten Stimmung-transportierenden Live-Schalte für das Nachtmagazin dieser Messerstecher durch die Menschenmasse und greift die Leute an. Es gab Verletzte. Da in Windeseile an Informationen zu kommen und sie dann einigermaßen vernünftig zu transportieren, das war schon Wahnsinn.

Was magst Du an Deinem Job besonders?

Ich finde toll, dass die Themen so unterschiedlich sind. Einen Tag Tarifverhandlungen, am nächsten Tag eine Filmbesprechung. Das fordert mich immer wieder heraus. Denn natürlich habe ich meine Lieblingsthemen, aber ich kann mich nicht bequem zurück lehnen und immer nur bestimmte Dinge bearbeiten, sondern muss mich ständig wieder neu einarbeiten, in Themen, von denen ich vorher vielleicht nicht so viel wußte. Das finde ich großartig.

Wenn Du an Deine Zeit an der ems zurückdenkst, was fällt Dir da spontan ein?

Ich fand es toll, für eineinhalb Jahre nochmal das Privileg zu haben, zur Schule gehen zu können. Da ging es natürlich darum, viel zu lernen. Aber das in einer Klasse, alle Mitschüler Mitte/Ende zwanzig - das war schon großartig. Wer hätte gedacht, dass man in dem Alter noch mal auf Klassenfahrt fährt und sich auch so benimmt...

Tina von Löhneysen war ems-Volontärin im 2. Jahrgang.