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Max Ruppert

Max Ruppert lehrt und forscht am Institut für Journalistik an der TU Dortmund. Dort promoviert er über „Partizipativen Journalismus: User generated content in TV/Internet." Für Journalistik-Studenten gibt er Seminare und Workshops zu Videojournalismus online und Recherche-Grundlagen. Dabei schöpft er aus seiner Erfahrung als Redakteur und Moderator beim rbb Fernsehen.

max_ruppert_1Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Dir heute aus?

Typisch gibt es nicht. Die eine Hälfte des Monats bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter, habe viele Freiheiten und organisiere meinen Tag selbst. Wenn nicht gerade ein Seminar ansteht, kann ich viel auch von zu Hause aus erledigen. Die andere Hälfte des Monats bin ich Journalist: Vor allem meine Polnisch-Kompetenz, die ich mir in den letzten Jahren aufgebaut habe, will ich weiterhin nutzen und damit arbeiten. Naja, eins ist vielleicht doch typisch: das Pendeln mit der Bahn, zwischen Cottbus und Dortmund!

Was war das aufregendste Erlebnis in Deiner Arbeit bisher?

Vor den Journalistik-Studenten stehen, ihnen Wissen und Erfahrungen zu vermitteln - und vor allem ihre Leistungen zu benoten! Beim ersten Feedback haben die Studenten geschrieben: „Danke für die Beispiele aus der Praxis!" und „Man merkt, dass Du für das Thema brennst." Da hat sich die Aufregung gelegt. Ich war auch erstaunt, wie viel sich durch die Einführung der neuen Studienabschlüsse bei den Studenten verändert hat und wie moderne Lehrmethoden an der Uni Einzug gehalten haben. Ich mache hier zum ersten Mal Erfahrungen mit Seminar-Wikis, elektronischen Seminarräumen und Forschungsblogs.

Wie ist das, vom Journalisten zum Wissenschaftler zu werden?

Ich sehe mich nicht nur als Wissenschaftler, ich bleibe auch Journalist. Der Studiengang Journalistik in Dortmund ist bekannt für seine Praxisorientierung. Alle Professoren, mit denen ich zusammenarbeite, kommen aus dem aktiven Journalismus, wie z.B. Michael Steinbrecher (ZDF) und mein Doktorvater Klaus Meier. Ich gebe hier auch Workshops in der Lehrredaktion Online/Print, die crossmedial und täglich aktuell arbeitet. Also ich bin ganz nah dran, am Journalismus und seinen aktuellen Entwicklungen und kann meine ems- und rbb-Erfahrungen sehr gut einbringen.

Aber ganz klar: die Wissenschaft ist schon eine andere Welt: Hier zählen eher langfristige Gedanken und Reflektion, nicht Verkürzung und Vereinfachung. Das ist ein interessanter Gegensatz zu den Berufsjahren im aktuellen Journalismus. Mein Weg an die Uni hatte bisher viele Aha-Effekte: z.B. musste ich mich für einen Recherche-Workshop intensiv mit Recherche-Lehrbüchern und Online-Recherche befassen. Dazu hatte ich vorher nie die Zeit. Es war toll zu sehen, was ich in den letzten Jahren journalistischer Praxis alles intuitiv richtig gemacht habe, aber auch, wo noch „Luft nach oben" war.

Wenn Du an Deine Zeit an der ems zurück denkst, was fällt Dir da spontan ein?

Inspirierende Kollegen, lange Kritikrunden, gemeinsame Abende auf der Veranda, verkohlte Würstchen auf dem Grill ... Vor allem aber die vielseitige Ausbildung, wo auch mal Michael Born, der Autor der gefälschten Stern-TV-Filme, zum „Kamingespräch" kam. Ich denke hier, in NRW, übrigens öfter an die ems zurück, weil ich mich jetzt häufiger mit dem Kollegen Tilman Lücke treffe, der ja in Köln beim Deutschlandradio sitzt.

Max Ruppert war ems-Volontär im 1. Jahrgang.

 
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